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Warum sich erfolgreiche Menschen trotzdem wie Hochstapler fühlen

Viele erwarten, dass sich Selbstvertrauen mit der Zeit ganz von allein einstellt.

Nach einigen Jahren im Beruf. Nach den ersten eigenen Projekten. Wenn andere beginnen, auf die eigene Einschätzung zu zählen.

Von aussen betrachtet spricht alles dafür. Die Erfahrung wächst, die Verantwortung auch und trotzdem fühlt es sich innerlich oft anders an.


Vor wichtigen Gesprächen entsteht Spannung. Man bereitet sich sorgfältiger vor, als eigentlich nötig wäre. Und neben Erfolgen taucht leise ein Gedanke auf: Hoffentlich merkt niemand, dass ich das gar nicht so gut kann, wie es wirkt.


Was viele dabei am meisten verunsichert, ist nicht das Gefühl selbst, sondern die Überzeugung, es längst hinter sich gelassen haben zu müssen.

Tatsächlich ist dieses Erleben sehr verbreitet, besonders bei sorgfältigen und kompetenten Menschen.


Selbstvertrauen entsteht nicht aus Beweisen

Wir gehen meist davon aus, dass Sicherheit eine logische Folge von Erfahrung ist. Wenn etwas wiederholt gelingt, sollte der Kopf doch irgendwann Ruhe geben. Doch der menschliche Geist funktioniert weniger logisch, als wir denken. Er orientiert sich an Vertrautheit.


Dein Gehirn vergleicht laufend zwei Dinge:

wer du innerlich zu sein glaubst und wer du in deiner aktuellen Rolle sein sollst.


Stimmen diese beiden Bilder überein, fühlt sich die Situation selbstverständlich an. Stimmen sie nicht überein, entsteht Wachsamkeit, selbst dann, wenn objektiv alles gut läuft.

Man kann also sehr fähig sein und sich dennoch fehl am Platz fühlen, einfach weil das innere Selbstbild der Realität noch nicht nachgekommen ist.


Der Verstand schützt Kontinuität stärker, als er Leistung belohnt.


Wie dieses Muster entsteht

Früh im Leben lernen viele Menschen, meist ganz nebenbei, dass es wichtig ist, etwas richtig zu machen. Vielleicht gab es Anerkennung für gute Leistungen, vielleicht waren Fehler besonders sichtbar, vielleicht wurde man als zuverlässig wahrgenommen.


Das sind normale Erfahrungen. Doch daraus bildet sich oft eine leise Schlussfolgerung:

fähig sein ist entscheidend.

Diese Überzeugung motiviert, kann aber auch Sicherheit an Leistung binden. Dann fühlt sich jeder neue Schritt weniger nach Entwicklung an und mehr nach Beobachtung.


Die eigentliche Frage wird nicht mehr Schaffe ich das? sondern Bleibe ich hier anerkannt?


Warum Erfolg Zweifel verstärken kann

Wenn die äussere Rolle schneller wächst als das innere Selbstbild, entsteht eine Lücke. Titel, Erwartungen und Sichtbarkeit verändern sich rasch, die eigene Wahrnehmung braucht länger.

Das Gehirn reagiert darauf mit erhöhter Aufmerksamkeit. Viele beginnen, Gespräche nachzudenken, sich übermässig vorzubereiten oder Erfolge dem Zufall zuzuschreiben. Nicht aus mangelnder Kompetenz, sondern aus dem Versuch, ein vertrautes Selbstbild aufrechtzuerhalten.


Innerlich gilt noch: Ich bin jemand, der sich beweisen muss.

Solange diese Definition aktiv ist, fühlt sich Sicherheit verfrüht an, egal wie viele Erfahrungen dagegen sprechen.


Warum Zuspruch selten reicht

Lob, Feedback oder rationale Argumente helfen kurzfristig, lösen das Gefühl aber meist nicht dauerhaft. Denn es entsteht nicht auf der Ebene bewusster Gedanken, sondern auf der Ebene innerer Einordnung.


Man kann wissen, dass man kompetent ist, und sich trotzdem unsicher fühlen, ähnlich wie man eine Angst verstehen kann, während der Körper anders reagiert.

Selbstvertrauen erscheint erst dann stabil, wenn das Gehirn die aktuelle Rolle als selbstverständlich erlebt statt als vorläufig.


Eine kleine Verschiebung

Achte einmal darauf, wie du innerlich über dich denkst, wenn niemand zuhört. Beschreibst du dich als jemanden, der angekommen ist oder als jemanden, der sich noch bewähren muss?

Oft folgt das Gefühl dieser inneren Beschreibung stärker als der Realität.


Wenn sich die Haltung von ich habe diese Position erreicht zu hier gehöre ich hin verändert, wird es meist spürbar ruhiger.


Wenn sich das innere Bild aktualisiert

Nachhaltige Veränderung entsteht, wenn das Gehirn sein gespeichertes Verständnis von dir anpasst. Dann geht es nicht mehr darum, selbstbewusst zu wirken, sondern darum, dass es sich selbstverständlich anfühlt.


In RTT-Sitzungen arbeiten wir genau auf dieser Ebene: nicht nur mit Strategien, sondern mit der Bedeutung, die Verantwortung und Sichtbarkeit innerlich haben. Ändert sich diese, verschwindet das Hochstaplergefühl oft von allein, weil kein innerer Widerspruch mehr besteht.

Selbstvertrauen muss dann nicht aufgebaut werden. Es taucht auf, sobald dein Geist deine aktuelle Rolle als stimmig erkennt.

Oft ist also nichts falsch ausser dass dein inneres Bild noch einer früheren Version von dir entspricht.


Und wenn sich dieses Bild anpasst, wird das Auftreten nicht anstrengender, sondern natürlicher.

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